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Besonders viel Kritik gibt es - wie zumeist bei kontroversiellen Interviews - am Unterbrechen von Grassers Wortschwall. Das war gestern aber absolut notwendig, um Abschweifen vom Kernthema zu verhindern. Der Hauptvorwurf von Grassers Ex-Mitarbeiter lautet, Grasser habe das Vergabeverfahren zugunsten der Immofinanz manipuliert. Grasser bestreitet das, und zieht die Glaubwürdigkeit des Zeugen in Frage. Grasser steht es zu, Beispiele zu nennen, die den Mann als unzuverlässig charakterisieren sollen. Keinesfalls darf das aber zuviel Platz im Gespräch einnehmen. Die Frage, ob der Informant als Spitzenbeamter (er wurde von Grasser immerhin zum Leiter der Bundesbeschaffungsagentur gemacht) bezeichnet werden kann, ist zum Beispiel für den Zuschauer irrelevant. Ingrid Thurnher hat im Namen der Seher das Gespräch auf die zentralen Fragen fokussiert, auch um den Preis, damit selbst in die Schusslinie des aufgeregten Ex-Ministers zu geraten. Das hat nichts mit Parteilichkeit zu tun und verstößt nicht gegen das Objektivitätsgebot. Das ist schlicht und einfach guter Journalismus.
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